Haro von Laufenberg (2022):

Fotokatalog Englaender

Die Fotos in der digitalen Sammlung

Alfred Englaender (*1898, †1976) war von 1934 bis 1945 Bildjournalist und Lokalredakteur des "Westdeutschen Beobachters" ("Kampfblatt" und Parteiorgan des "Nationalsozialismus"), bis 1938 Lokalschriftleiter in Eschweiler im Kreis Aachen ("Eschweiler Beobachter"). Fotos aus seinem Nachlass sind in den 1980er- und 1990er-Jahren im Wege der Schenkung an den Eschweiler Geschichtsverein gekommen. Eine weitere Englaender-Sammlung besitzt das Moyland-Museum, die des Agfa-Foto-Historamas gilt als verschollen. Die Bilder der Eschweiler Sammlung kommen als zeitgeschichtliche Quellen in Betracht. Sie dokumentieren lokale Ereignisse aus der NS-Zeit als auch solche wie etwa die Annektierung Österreichs aus lokaler Sicht. Darunter sind auch scheinbar harmlose "Heimatbilder", die indes mit dem Totalitätsanspruch der Nazis verbunden und gezielt als Bild-Propaganda eingesetzt worden sind. Der Eschweiler Geschichtsverein hat diese Fotos als – mithin beengend wirkende – "Heimaterinnerungen" seit Mitte der 1980er-Jahre verbreitet. Insofern ist dieser Katalog auch ein Beitrag zur sog. Vergangenheitsbewältigung.

Hinweise zur Verifizierung der Fotos

Sämtliche Filmstreifen lagen als Nitrozellulose-Filme vor. In Verbindung mit den zwischen 1934 und 1941 einzuordnenden Bildmotiven sind die Fotos authentisch. Denn die Einführung des Sicherheitsfilms (Acetat), nicht vorgesehen vor 1940, verzögerte sich infolge des Kriegs und setzte sich erst ab 1952 durch. Die modernen Papierabzüge ergänzen Fotoserien aus den Filmen und/oder zeigen Bilder, die im "Eschweiler Beobachter" abgedruckt gewesen sind. Die Urheberschaft Alfred Englaenders ist überwiegend zu erschließen gewesen: 1.) Die Filme stammen aus seinem Nachlass. 2.) Stil und technische Qualität entsprechen ihm nachzuweisender Fotos. 3.) Fotos anderer sind im "Eschweiler Beobachter" stets unter Namensangabe (z.B. Becker, Ittner, Prickartz, Rennardy, Schwerdt­feger, Voigt pp.) veröffentlicht worden. 4.) Zeitzeugen berichten, dass Englaender ständig mit der Kamera unterwegs war und Eschweiler ist seinerzeit recht übersichtlich gewesen. Von daher, und er war ja nun auch Bildjournalist der Nazis, ist leicht zu eruieren, wer die Fotos für die Nazis gemacht hat. Bei Unsicherheit setzte ich neben den angegebenen Namen des Bildautors "(?)".

Hinweise zur Datierung der Bilder

Die genaue Datierung der Fotos ist in den seltensten Fällen direkt aus dem Bildmotiv heraus möglich. Im Übrigen wird sie durch die Registratur im Eschweiler Geschichtsverein alleine nach dem Pertinenzprinzip mit zig Redundanzen, mit Pauschalisierungen, vermischten Registraturbildnern und unsystematisch getrennten Fotoserien erschwert. So folgt etwa auf Nr. 287 quasi in slow motion Nr. 288, beim EGV indes E.3231 auf E.294. Die Datierung habe ich daher meist aus Sekundärquellen erschlossen. Zu den wichtigsten gehört die Zeitungssammlung im Eschweiler Stadtarchiv. Einen Zugriff darauf gewährte das Stadtarchiv mit Hinweis auf die Faksimiles beim Eschweiler Geschichtsverein nicht. Leider genügen diese Faksimiles keinem der Standards, sind kaum leserlich und oft nur mit weiteren Hilfsmitteln zugänglich. Die Datierung wird daher nicht in allen Fällen auf den Tag genau sein. Wo sie mir gar nicht gelingen konnte, ist "s.a." für sine anno (ohne Jahr) vermerkt.

Hinweise zu den Aufnahmeorten

Angaben zu Örtlichkeiten sind in der Kartei des Eschweiler Geschichtsvereins häufig fehlend. D.h. es gibt sie nicht, oder sie sind unzutreffend. Aufnahmeorte wie Kassel, Köln, Lübeck sind dort unter "E" für "Eschweiler" notiert, andere aus der Eifel, aus dem Rhein-Sieg-Kreis und sogar solche aus Eschweiler (z.B. die Bergehalde "Kippe") unter "V" für "Verschiedenes". Hinweise auf Örtlichkeiten in Eschweiler gaben mir Hans-Günter Becker, Rudolf Briefs und Armin Gille † (alle: Eschweiler Geschichtsverein). Im Übrigen habe ich die Aufnahmeorte aus den Bildmotiven wie Bauwerke und Landschaftszuschnitte und aus Sekundärquellen erschlossen. Wo mir dies nicht gelungen ist, wird "s.l." für sine loco (ohne Ort) angezeigt.

Hinweise zur NS-Bildkonstruktion

Bildkonstruktion und zeitgeschichtlicher Kontext sind in den Kommentarzeilen kritisch angemerkt. Weitere Hinweise, insbesondere zu den scheinbar unverfänglichen "Heimat"-Bildern als auch zur Rezeption dieser Bilder durch den Eschweiler Geschichtsverein sind meiner mit diesem Katalog verknüpften Studie "Unheimliche Idylle" zu entnehmen.

Hinweise zu den Abbildungen in diesem Web-Katalog

"Leuchtkasten" poppt eine Vorschau auf das jeweilige Foto auf. Es handelt sich um flüchtig bearbeitete Kopien in geringer Auflösung. Die Bearbeitung erstreckte sich auf Freistellen, Ausrichten und Kontraste, Negative sind umgekehrt. Ferner sind des Datenschutzes wegen Verpixelungen vorgenommen und Metadaten reduziert worden. Filmstreifen waren teilweise vor der Reprografie schon durch Ausgasung geschädigt. Der in den Digitalisaten zuweilen sichtbare Effekt bald ähnlich wie Spüli-Blasen ergibt sich, wenn die Filme auf Planlagen anstatt im Rahmen aufgezogen fotografiert werden. Auf die Vorschau auf thematisch nicht relevante Serienaufnahmen sowie untaugliche Versuche des Fotografen habe ich verzichtet. Für Web und Druckvorstufe zum Zweck der Bildungs- und Forschungsarbeit können bei mir unkorrumpierte und auch qualifiziert bearbeitete Dateien angefragt werden eMail, Betr. "Fotokatalog Englaender".

Nutzungsrecht

Alle Informationen auf dieser Webseite dürfen außerhalb der­selben nur zur Zitation ver­wen­det werden. Diese sollte mindestens einen Link auf diese Seite und klar und deutlich in Metatags als auch Klartext enthalten: Haro von Laufenberg als Autor, Titel dieser Seite und vollständiger URL. Für weitergehende Rechte wie solche an hoch­auf­lö­sen­den Bildern ohne Fotostempel wenden Sie sich bitte unmittelbar an mich eMail, "Fotokatalog Eng­laen­der".

Datenausgabe

Letzte Aktualisierung: 11. April 2022

Hinweis für die Nutzung im Eschweiler Geschichtsverein

Der für die Verhältnisse im Esch­weiler Geschichtsverein sehr junge Arbeitskreis 12 desselben ist vor eine quantitativ ambi­tionierte Sammlung gestellt worden. Die Methodik der Formalerschließung konnte dem quantitativen Anwachsen der Sammlung indes nicht mehr gerecht werden. Der Arbeitskreis ist daher seit einiger Zeit bemüht, die Bildstelle des Vereins neu zu ordnen. Dies wird zu einer erheblichen Verschmälerung des angegebenen, auch dann absolut immer noch gewaltigen Bildbestands beim Eschweiler Geschichtsverein führen. In diesem Sinne Synopse der EGV-Signaturen und meiner Katalog-Nummern.

Bearbeiter
Katalog:
Haro von Laufenberg (Recherche, Texte, Redaktion, Bildbearbeitung)
Reprografie:
Repro-Fotografie von KB-Filmen: Harry Reimer (398)
Scanns von Dia-Positiven: Eschweiler Geschichtsverein Arbeitskreis 12 (1), Armin Gille † (8)
Scanns von Papiervorlagen: Armin Gille † (5 eigene + 2 beauftragte), Haro von Laufenberg (141)
Foto-Montage: Haro von Laufenberg (3)
Zugang zur Bildstelle des Eschweiler Geschichtsvereins und Freigabe der Bilder für Haro von Laufenberg
durch Hans-Günter Becker, Bildstellenleiter im Eschweiler Geschichtsverein