Diese Bibliothek versammelt überwiegend Materialien zu meinen Projekten im Eschweiler Geschichtsverein seit dem Herbst 2017. Sie wird sukzessive aufgebaut. Soweit sachdienlich werden Links auf Angebote außerhalb dieser Webseite ausgebracht. Die Ziele dieser Links stehen indes nicht unter meiner Kontrolle. Beachten Sie daher bitte den Haftungsausschluss, wenn Sie solchen Links folgen.

Studientexte

Quellensammlung

Veröffentlichungen

"Reichskristallnacht" 1938 in Eschweiler

Aufklärung einer Straftat

Dieser Aufsatz befasst sich mit der Täterschaft der Brandstiftung an dem jüdischen Gotteshaus in Eschweiler (Synagoge in der Moltkestraße) während der Novemberpogrome 1938.

Bisher war in der Literatur unbestimmt von Tätern aus den Reihen der Nazis die Rede, kolportiert auch "SA aus Weisweiler und Düren". Neuere Recherchen im Rahmen des Projekts "Oral History Archiv", die ich zwischen September 2017 und März 2018 angestellt habe, verdichten jedoch eine Täterschaft aus Eschweiler und führen erstmals in der Eschweiler Historiographie zur Benennung von Personen. Mit dem folgenden Link wird über dieses Ergebnis berichtet.

Unheimliche Idylle

NS-Bildpropaganda und die Rezeption im Eschweiler Geschichtsverein

NS-Bildpropaganda: Archaische Ackerarbeit vor Industriesilhouette
Im Nazi-Parteiblatt "Westdeutscher Beobachter" und im EGV gleichsam beliebtes Motiv: Inszenierung archaischer Feldarbeit als höchste Stufe "arischer" Kultur im Kontrast zu den Bastionen des Modernen im NS-Staat (Foto: Westdeutscher Beobachter 6.4.1938, EGV-Heimatkalender 1985)

Im Ergebnis des Aufsatzes wird festgestellt, dass der Eschweiler Geschichtsverein (EGV) in seinen herangezogenen Veröffentlichungen dieselben Fotos bringt, die bereits im Nazi-Parteiblatt "Westdeutscher Beobachter" erschienen sind, dabei jedoch unkritisch der NS-Bildkonstruktion folgt und sich teils eines zumindest sehr ähnlichen Duktus in den Bildlegenden bedient. Unterstützt wird ferner eine privatistische, philiströse Enge, die, anders als im Biedermeier, zum Selbstzweck erhoben von Verantwortung entbindet und Selbstzufriedenheit sicherstellt und damit dem unfreiheitlichen, auf den Kollektivismus der "Volksgemeinschaft" bezogenen Paradigma des Nazismus zumindest nahe kommt.

Der Aufsatz befasst sich zunächst mit dem von mir gebildeten Bestands-Selekt an der EGV-Bildstelle mit Fotos von Alfred Englaender (*1898, †1976), die als historische Quellen aus der Zeit des NS-Staats in Betracht kommen. Dabei werden die Probleme mit der hochgradigen Redundanz und der Vermischung von Registraturbildnern sowie falschen, widersprüchlichen oder fehlenden Bildbeschriftungen und fehlerhaften Reproduktionen an der Bildstelle des EGV angeschnitten. Es wird dann herausgearbeitet und im einzelnen nachgewiesen, dass die Fotos der Sammlung, insbesondere die darin enthaltenen Heimatbilder, NS-Propaganda darstellen. Dazu liefert der Aufsatz eine Biografie Alfred Englaenders und berichtigt darin die auch, also nicht nur durch den EGV gelieferten unrichtigen biografischen Angaben. Schließlich wird anhand von Beispielen aus Veröffentlichungen des EGV auf die Rezeption der NS-Propaganda eingegangen. Der Bildteil bezieht sich auf den Text. Den Kapiteln sind jeweils Abkürzungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis angehängt.

Braunbuch Aachen-Land

Lexikon zum Dritten Reich

Mit dem Braunbuch stelle ich ein Personenlexikon zum Dritten Reich im ehemaligen Landkreis Aachen vor. Zugleich wird Nazi-Vokabular erläutert und ein chronologischer Überblick über die Ereignisse während der Nazi-Zeit und im "braunen Epilog" geliefert.

Das Braunbuch erscheint als Datenbank. Zurzeit werden die Auswertungen aus rund 3.200 Ausgaben aus der Zeitungssammlung bei der Stadt Eschweiler, aus dem Fotoarchiv des Eschweiler Geschichtsvereins sowie aus verschiedenen Akten in die Datenbank übertragen.

Um die Datenbank nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst beim Webmaster registrieren. (Im Zuge des Aufbaus werden demnächst hier ein Formular dazu und die Nutzungsbedingungen vorgehalten.)

Selbstzeugnis Josef Eschbach (1916-1992)

Zeitgeschichte

Josef Eschbach aus Eschweiler, Dr. phil., Jesuit, Lehrer, Buchhändler, ist vor allem durch seine Jugendromane aus den 1950er- und 1960er-Jahren als Schriftsteller bekannt geworden. Josef Eschbach hat ein Manuskript hinterlassen, in dem er sich seiner Erlebnisse der Jahre 1933 bis 1945 erinnert: "Nicht allein wider den Strom; Zwölf besondere Jahre im Leben eines unbesonderen Menschen".

Selbstzeugnis Heinrich Gille (1904-1983)

Zeitgeschichte

Heinrich Gille aus Hastenrath hat eine Handschrift von 1949 mit einem Selbstzeugnis hinterlassen. Er beschreibt seine Herkunft aus einer Bergmannsfamilie, seinen beruflichen Werdegang und seinen Eintritt als Berufssoldat in die Reichswehr, die erlebten Kriegsjahre und seine Kriegsgefangenschaft.

Oral History Archiv

Zeitgeschichte Aachen-Land

Hier werden lebensgeschichtliche Interviews/Erzählungen, die Aspekte der Zeitgeschichte in der Städteregion Aachen von 1933 bis in die Gegenwart berühren, gesammelt. Die Interviews liegen in Audio- oder Videodateien und textlich mit transkribierten Timecodes, teils auch komplett in Transkription vor. Diese Dateien können für Zwecke der historischen Bildungs- oder Vermittlungsarbeit angehört und angesehen werden.

Die Nutzung des Archivs ist kostenfrei. Um das Archiv nutzen zu können, müssen Sie jedoch die Nutzungsbedingungen akzeptieren und sich für den Zugang registrieren lassen. Dies dient der Wahrung und dem Schutz von Persönlichkeitsrechten der Interviewten.

Eschweiler Zeitungssammlung

Neuere und Neueste Geschichte Aachen-Land

Franz Blomenhaus (1820-1892), Herausgeber des "Eschweiler Anzeigers"
Franz Blomenhaus (1820-1892), Redakteur und Herausgeber des "Eschweiler Anzeigers", der ältesten in Eschweiler erschienenen periodischen Zeitung
Bildquelle: Hans-Jodok Schlömer

"Die Zeitung ist die Konserve der Zeit" schrieb Karl Kraus (Sprüche und Widersprüche, 1909), und tatsächlich ist die Zeitungssammlung bei der Eschweiler Stadtverwaltung das bedeutendste Archivgut zur Eschweiler Ortsgeschichte der Moderne bis 1944. Der Bestand geht bis auf das Jahr 1853 zurück. Für die Zeit bis 1945 liegen allerdings nur die Ausgaben rechtsnationaler und rechtskonservativer (katholischer) Zeitungen als auch die Nazi-Zeitung selbst im Original vor. Die das Klientel der Bergleute und Arbeiter konkret mit lokalem Bezug ansprechenden sozialdemokratisch und kommunistisch eingefärbten Blätter sind in dieser Sammlung nicht enthalten.

Der Eschweiler Geschichtsverein (EGV) hat dieses Archivgut bereits 2006 nach Provenienz textlich formalerschlossen. In dem Projekt "eZeitung" haben Vereinsmitglieder die Jahrgänge 1853 bis 1872 des "Eschweiler Anzeigers" mit einigen Lücken unter familienkundlichen Aspekten in PDF-Dateien virtuell verschlagwortet. 2015 habe ich parallel zu meiner Neuentwicklung der Webseite für den Eschweiler Geschichtsverein eine Datenbank für das Projekt strukturiert und in die Webseite eingebunden. Dabei habe ich das Angebot nach dem Pertinenzprinzip um die Möglichkeit einer weitergehenden Erschließung mit Geo- und Gemeindedaten, Wirtschaftsdaten, Boulevard und Politik der Zeit sowohl regional- als auch ortsbezogen erweitert.

Mit der Namenssammlung in den PDF-Dateien hat sich die Projektgrupe mittlerweile aufgelöst, seit 2017 betreue ich das Projekt alleine.
Der auf der Webseite des EGV angegebene Bearbeitungsstand ist nicht der aktuelle.

EGV-Fotoarchiv

Foto- und Zeitgeschichte, Aachen-Land

Aus dem Fotoarchiv des Eschweiler Geschichtsvereins (EGV) habe ich rund 1.000 Fotos im Format TIFF digitalisiert und mit den Möglichkeiten der Digitalisierung etliche davon restauriert. Alle von mir bearbeiteten Bilder sind auf Authentizität überprüft und vom Motiv her datiert und bestimmt worden. Diese Metadaten sind für jede Bilddatei einzeln im IPTC-Core hinterlegt. Alle von mir erstellten Bilddateien genügen den Anforderungen an die Druckvorstufe.

Diese Metadaten weichen nicht selten erheblich von den Angaben im Katalog des EGV ab. Das liegt daran, dass der Katalog des EGV fehlerhaft ist. Dies beruht teils ersichtlich auf Flüchtigkeit. So wird z.B. ein Bild, das den Förderturm des Braunkohle-Untertagebaus in Pützlohn zeigt, auf das Jahr 1905 datiert. Tatsächlich lautet die deutliche Aufschrift auf dem abgebildeten Fördertum: "Pützlohn 1907". Leider sind auch solche Fehler rezipiert worden. Andere Fehler beruhen auf Unkenntnis zur Einordnung von Bildmotiven, z.B. die Bestimmung von Uniformeffekten, Flugzeugkennzeichen, aber auch von Örtlichkeiten und politischen Ereignissen. Der aktuelle Arbeitskreis im EGV ist weiter bemüht, solche Fehler zu beheben.

Wie diese Bilddateien im EGV jedoch verwaltet werden und ob, und wenn, dann wie sie für die historische Bildungs- und Vermittlungsarbeit zur Verfügung stehen sollen, das entzieht sich meiner Kenntnis. Ich werde daher in nächster Zeit einen Katalog der von mir bearbeiteten Bilder hier einstellen. Bis dahin kann ich hier nur einen allgemeinen Link auf das Fotoarchiv des EGV anbieten. Die über diesen Link erreichten 14 Foto-Galerien mit 194 von mir ausgesuchten und für das Web bearbeiteten Bildern sind von mir zwischen 2015 und 2017 erstellt und vertextet worden.

Aufsätze im Web

Miscellanea

Neben meinen Beschreibungen zur Toponomastik und der in Kapiteln untergliederten Eschweiler Ortsgeschichte sind im Eschweiler Geschichtsverein (EGV) weitere Aufsätze und Vorträge von mir erschienen. Hier wird auf eine Auswahl verwiesen:
Aufsatz über den "Eschweiler Anzeiger"
Pressegeschichte. Detaillierte Notiz zur Entstehung der Eschweiler Presselandschaft und Geschichte der ersten in Eschweiler periodisch erschienenen Presse
Un(vor)denkliche Zeit(en)
Rechtsgeschichte. In historischen Quellen werden Besitzansprüche mit einem Zustand seit "un(vor)denklicher Zeit" begründet. Der Aufsatz erklärt das Rechtsinstitut, das seit der Spätantike Anwendung findet.
Mordwange in Bensberg
Semiotik. Beschreibung des in Bensberg/Bergisches Land an der Brüderstraße (Versetzung wg. des Autobahnbaus) eingelassenen Sühnekreuzes. (Brockpähler 1963 dürfte die Hausmarke irrig als Initiale interpretiert haben.)
Gemeinheitsteilung – Privatisierung der Allmende
Umweltgeschichte. Allgemeine, an einem Beispiel regionale Darstellung zur Industrialisierung der Landschaftsnutzung
Redemanuskript zum RWE-Klimaschutzpreises 2016
Umweltgeschichte. Am 2. Mai 2017 wurde dem EGV der RWE-indeland-Klimaschutzpreis 2016 für die von mir im EGV initiierte, als unterhalb eines der üblichen Arbeitskreise anerkannte "Arbeitsgruppe Umweltgeschichte" verliehen. Der Preis war mit 1.500 Euro dotiert.